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Was bewirkt Selen beim Pferd?

Jeder Reiter und Pferdefreund hat schon mal von Selen gehört. Doch was ist Selen eigentlich und was macht es im Pferdekörper? Diese Frage lässt sich erst mal mit „Selen ist eines der fünf Spurenelemente“ beantworten. Aha, und nun?

Dein Pferd: Versorgung mit Spurenelementen, Mineralien und Vitaminen

Der am meisten diskutierte Mangel beim Pferd ist der Selenmangel. Und tatsächlich zeigen Studien, dass in Teilen von Europa und insbesondere Deutschland die Böden und somit die Pflanzen, die auf ihnen wachsen, geringe Selengehalte aufweisen. Der Klimawandel scheint eine Verarmung der Böden mit Spurenelementen weiter zu begünstigen. Bedarf und Angebot der Spurenelemente und im Besonderen von Selen, werden in der Fachliteratur kontrovers diskutiert und in regelmäßigen Abständen neu bewertet.

Selenmangel ausgleichen: „Die Dosis macht das Gift“!

Als Spurenelemente werden alle Mineralien bezeichnet, die unser Körper nur in sehr geringen Mengen (also in „Spuren“) benötigt. Das sind konkret:
Eisen, Jod, Zink, Fluorid, Selen und Mangan.

Man bezeichnet sie auch als sogenannte „essenzielle Spurenelemente“, da sie lebensnotwendig sind und an vielen Aufgaben im Pferdeorganismus beteiligt sind. Selen z. B. schützt die Zellmembranen vor schädlichen Einflüssen, es hilft bei der Bildung von Antikörpern und Botenstoffen (Immunsystem) und ist an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt. Ein Mangel kann sich unter anderem auf die Fruchtbarkeit, die Leberentgiftung, die Schilddrüsenfunktion und das Fell- und Hufwachstum auswirken.

Häufig wird ein Selenmangel erst spät erkannt. Eine Blutuntersuchung kann schon früh einen Selenmangel aufzeigen, wenn noch keine offensichtlichen Symptome und Anzeichen vorliegen.

Ein Selenmangelverdacht besteht, wenn das Pferd: 

  • häufig krank ist (gehemmte Infektionsabwehr) 
  • eine verstärkte Allergieneigung zeigt 
  • einen Einbruch in der Leistungsfähigkeit zeigt, 
  • Durchfall / Kotwasser ohne sonstigen erkennbaren Grund 
  • hat Muskelschmerzen und Verspannungen zeigt 
  • Haut- und Fellveränderungen aufweist / Probleme beim Fellwechsel hat

Alle genannten Anzeichen können jedoch auch symptomatisch für andere Erkrankungen sein! Halte bitte Rücksprache mit Deinem Tierarzt. Eine Blutuntersuchung am besten Aufschluss über eine eventuelle Über- oder Unterversorgung der Spurenelemente Jod, Zink, Kupfer, Mangan und auch Selen.

Liegt neben einem Selen- auch noch ein Mangel an Zink vor, wirkt sich diese Kombination besonders auf die Haut und das Fell aus (plötzliche Neigung zum Sommerekzem, stumpfes Fell und Haarausfall). Es kann auch zusätzlich noch ein Mangel der anderen Spurenelemente wie Mangan, Kupfer, Eisen oder Jod zeitgleich vorliegen.

Eine Besonderheit ist die Weißmuskelkrankheit und Nutritive Muskeldystrophie (NMD):

Während ein Selenmangel bei erwachsenen Pferden oft unbemerkt bleibt, ist er bei neugeborenen Fohlen umso gravierender und meist auf eine Unterversorgung der tragenden Stute während der Trächtigkeit zurückzuführen. Betroffene Fohlen sind geschwächt, knicken beim Laufen um oder lahmen. Die Halsmuskulatur ist versteift und es kommt zu Problemen beim Saugen am Euter. Der Urin ist häufig bräunlich verfärbt. Es handelt sich um einen Notfall, der sofort tierärztlich behandelt werden muss!

Die Wirkung von Selen:

  • Schutz der Zellmembranen vor schädlichen freien Radikalen 
  • Beteiligung an vielen verschiedenen Stoffwechselprozessen und der Enzymbildung 
  • steht mit Vitamin E in enger Wechselwirkung 
  • Wirkung in Verbindung mit Jod auf die Schilddrüse 
  • Leberstoffwechsel und -entgiftung

Selenbedarf des Pferdes:

Ein ausgewachsenes Pferd benötigt täglich circa 0,1 bis 0,12 Milligramm pro Kilogramm Futter (in der Trockensubstanz). Für ein 600 kg schweres Pferd entspricht das 1,5 Milligramm Selen. Dieser Bedarf kann über natürliche Futtermittel und auch durch die Gabe von Zusatzfutter gedeckt werden.

Ein erhöhter Bedarf besteht zum Beispiel in Regionen mit selenarmen Böden und wenn die Selengehalte in den einzelnen Futtermitteln nicht ausreichen. Frisst das Pferd nur Heu, Hafer und Weidegras, ist fast sicher davon auszugehen, dass sich der Selenwert bei Deinem Pferd im unteren Bereich befindet.

Viel hilft viel?

Nein! Vorsicht Selenvergiftung:
Bei der Fütterung von 2 Milligramm oder mehr Selen pro Kilogramm Futter (in Trockensubstanz) besteht das Risiko einer chronischen Selenvergiftung.

Symptome einer Überversorgung zeigen sich meist am Fell und an den Hufen. Verlust von Schweif- und Mähnenhaaren, verändertes Hufwachstum (ringförmige Einschnürungen / Furchen) und Hufrehe. Auch Lahmheiten treten bei einer Selenüberversorgung vermehrt auf.

Hintergrund: Das überschüssige Selen verdrängt den Schwefel, welcher an der Bildung von Keratin beteiligt ist. In der Folge kommt es zu negativen Veränderungen der Qualität des Hufhorns und des Haarkleides.

Bei Versuchen mit bis zu 12 mg Selen je Kilogramm Futter wurden auch akute Beschwerden sichtbar. Die Tiere zeigten Koliken und starkes Schwitzen. Eine regelmäßige Überschreitung der Tageshöchstdosis kann im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Die gute Nachricht:

Sowohl ein Überschuss als auch ein Mangel an Spurenelementen kann durch eine Blutuntersuchung erkannt werden. Bitte verabreiche deshalb Zusatzfuttermittel nicht in hohen Dosierungen, ohne Ergebnis einer Laboruntersuchung oder Rationsberechnung durch Fütterungsexperten. Sprich mit Deinem Tierarzt / Deiner Tierärztin. Sie helfen Dir gerne auch bei der Interpretation der Laborwerte. Häufig ergibt es Sinn, ein sogenanntes „Pferdeprofil“ oder auch „Check-up“ in Auftrag zu geben. Neben den Elektrolyten werden auch die Spurenelemente und Organwerte bestimmt. Ein Blutbild gehört auch zum Umfang dieser Untersuchung. Häufig werden Veränderungen im Blutbild beobachtet, obwohl das Pferd noch keine Symptome zeigt. Eine Früherkennung kann Dein Pferd deshalb schützen, bevor manifeste Krankheiten entstehen.

Für Selen gilt aktuell ein Referenzbereich von 70 – 150 Mikrogramm/Liter.

Da Selen in Mineralfutter für Pferde enthalten ist, schau Dir die Herstellerangaben genau an, um ggf. eine weitere ergänzende Gabe genau dosieren zu können.

Überversorgungen und Mangelzustände können allgemein relativ einfach ausgeglichen werden. Regelmäßige Untersuchungen und Verlaufskontrollen, garantieren, dass es Deinem Pferd gut geht!