🩹 Röhrenverband anlegen
Weiter geht's mit dem Röhrenverband, den ihr hier schon seht.
Die Röhre des Pferdes ist dieser Bereich, also der lange Röhrenknochen hier unten. Wir wollen von hier oben bis runter zum Huf alles einpacken.
Je nachdem, wo zum Beispiel eine Verletzung ist oder ob ihr einen Angussverband machen möchtet oder müsst, wollt ihr den kompletten Bereich hier in den Verband einwickeln.
Schritt 1: Polsterung der Fesselbeuge
Hierfür nehmt ihr etwas von dem Verbandsmull oder von der Watte und fixiert euch die hier einmal, damit die Fesselbeuge schön abgepolstert ist.
Verbandsmull vorbereiten
Den eigentlichen Verband möchtet ihr jetzt, je nachdem wie dick eure Mullwatterolle ist, mindestens einmal umschlagen. In diesem Fall ist die Watte relativ dünn, man kann also auch zweimal umschlagen.
Hierfür macht ihr das einfach so: Wir haben einen Umschlag und wir haben den zweiten Umschlag. Das wäre jetzt auch die richtige Länge.
Wenn das Pferd das so mitmacht, ist das super. Dann können wir nämlich direkt von der Rolle runterschneiden.
Wenn das Pferd nicht so artig ist oder rumhampelt, dann könnt ihr euch das vorher zurechtschneiden. Ich lege das mal hier einfach aus. Das sind jetzt ungefähr sechs Hände breit. Das wäre die ideale Verbandsmull- oder Verbandwattenmenge, um dieses Bein hier einzupacken.
Schritt 2: Watte anlegen
Wir haben gesagt, wir möchten hier starten und wir möchten hier enden. Also legen wir den Verband auch genauso an.
Jetzt versuchen wir, so faltenfrei wie möglich die Kontur des Pferdebeins einzupacken. Wir fixieren uns das Ganze erstmal vorsichtig hier oben, nehmen dann unsere Flexibinde und fangen mit unserer Flexibinde an.
Schritt 3: Flexibinde wickeln
Erste Lage
Ihr könnt hier oben etwas überlappen lassen, also nicht direkt am Verband anfangen, sondern so zwei Finger breit darüber.
In der Richtung, in der ihr auch die Watte gewickelt habt, legt ihr jetzt erstmal die erste Lage Flexibinde an. Ihr geht runter bis zum Huf.
Zweite Lage mit Zug
Bei der Tour nach oben könnt ihr dann mit etwas Zug arbeiten. Das heißt: Ihr rollt euch erst die Binde ab, macht leichten Zug, so wie beim Bandagieren. Abrollen, leichter Zug. Abrollen, leichter Zug. Abrollen, leichter Zug. Und wir sind wieder oben angekommen.
Fischgrätenmuster
Wenn ihr genau hingeschaut habt: Ich habe die Wicklung nach unten hin etwas schräg verlaufen lassen und nach oben hin entgegengesetzt schräg laufen lassen. Wir sprechen hier vom sogenannten Fischgrätenmuster.
Schritt 4: Verband abschließen
Rand einschlagen
Wie bei jedem Verband schlagt ihr auch hier wieder mit den Fingern den oberen Rand etwas einstülpend um.
Sitz kontrollieren
Zu jedem Zeitpunkt, wenn ihr den Verband angelegt habt oder wenn ihr ihn kontrolliert, müsst ihr bequem oben mit zwei Fingern in den Verband eingreifen können.
Falls ihr nur mit einem Finger reinkommt oder es sogar so eng sein sollte, dass gar kein Platz mehr ist, weil das Bein zum Beispiel bei einer Entzündung angeschwollen ist, dann nehmt ihr euch bitte eine Schere und schneidet einen kleinen Teil eures Verbandes ein. Und zwar so weit, bis eure zwei Finger wieder bequem hineinpassen.
Fixieren und sichern
Damit sich die Flexibinde nicht abwickelt, macht ihr über das Ende noch einmal einen Klebestreifen.
Um zu verhindern, dass der Röhrenverband hochrutscht, könnt ihr auch hier unten einmal einen Klebestreifen drüber machen. Aber bitte nicht auf den Kronrand, sondern wenn, dann nur auf das Hufhorn.
Hinweise und Anwendung
Allgemeine Tipps
Bei beiden Verbänden könnt ihr vorher eine Salbe auftragen und den Rest des Verbandes trocken lassen oder sie zum Beispiel auch als Angussverband verwenden.
Spätestens nach zwei Tagen nehmt ihr den Verband ab und erneuert ihn oder lasst ihn ganz weg, je nachdem, wie euer Pferd sich erholt hat.
Häufige Einsatzgründe
Die häufigsten Gründe, einen Röhrenverband beim Pferd anzulegen, sind entweder eine Wundabdeckung, Wundschutz oder eben ein Angussverband.
Falls ihr noch andere Wünsche zum Thema Erste Hilfe beim Pferd habt, schreibt sie uns bitte in die Kommentare.