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Ob Freizeitpferd, Turnierpartner oder Zuchtstute – die Frage, ob ein Pferd ergänzend zur normalen Ration ein Mineralfutter benötigt, ist berechtigt. Und sie lässt sich nicht pauschal beantworten. Fakt ist: Die übliche Grundversorgung mit Heu, Stroh und ggf. Kraftfutter reicht in vielen Fällen nicht mehr aus, um den Bedarf an Mineralstoffen und Spurenelementen zu decken.

Moderne Pferdehaltung: veränderte Rahmenbedingungen

Früher wurden Felder mit Gülle gedüngt, der Einsatz chemischer Hilfsmittel war gering. Heute beeinflussen Kunstdünger, Pestizide und Herbizide die Bodenqualität und damit den Vitalstoffgehalt der Pflanzen deutlich. Das betrifft direkt das Heu und Stroh, das Pferde fressen. Die Folge: Trotz ausreichender Mengen fehlt es oft an Calcium, Phosphor, Magnesium, Zink, Kupfer und Selen – lebenswichtige Stoffe für Stoffwechsel, Immunsystem und Zellregeneration.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Mineralstoffversorgung

Untersuchungen zeigen, dass selbst bei naturnaher Haltung Mangelerscheinungen auftreten können. Der Bedarf eines Pferdes orientiert sich an mehreren Faktoren:

  • Alter
  • Nutzung (Freizeit, Sport, Zucht)
  • Stoffwechselbesonderheiten (z. B. Cushing, EMS, PPID)
  • Haltungsform (Weidegang vs. Stallhaltung)

Ein individueller Versorgungsstatus ist kaum pauschal zu ermitteln, weshalb eine gezielte Grundversorgung mit Mineralfutter als sinnvoll gilt – besonders in sensiblen Phasen wie Fellwechsel, Trächtigkeit oder Rekonvaleszenz.

Worauf sollte man beim Kauf von Mineralfutter achten?

  1. Ausgewogene Zusammensetzung: Alle relevanten Mineralien und Spurenelemente sollten enthalten sein. Besonders wichtig: Zink, Kupfer, Magnesium, Selen, Calcium, Phosphor.
  2. Bioverfügbarkeit: Idealerweise liegen die Stoffe in organisch gebundener Form (z. B. als Chelate) vor. Diese kann der Pferdekörper besser verwerten.
  3. Bedarfsgerechte Dosierung: Die Mengen sollten an die jeweilige Lebenssituation und Nutzung angepasst sein.
  4. Frei von unnötigen Zusätzen: Keine Melasse, kein Zucker, keine Aromastoffe – vor allem für stoffwechselempfindliche Pferde wie bei Cushing, EMS oder PPID relevant.

Mengenmineralstoffe: Magnesium, Calcium und Phosphor

Magnesium, Calcium und Phosphor zählen zu den sogenannten Mengenmineralstoffen, die das Pferd in vergleichsweise großen Tagesmengen benötigt. Aufgrund dieser hohen Bedarfsmengen können sie oft nicht vollständig über ein einzelnes Mineralfutter abgedeckt werden. Deshalb sind zusätzliche Produkte sinnvoll – besonders beim Magnesium.

Um allein den Magnesiumbedarf zu decken, müssten etwa bei einem 500 kg schweren Pferd 15 bis 30 Gramm (bei starkem Mangel bis zu 40 Gramm) reines Magnesium – zum Beispiel als hochwertiges Citrat oder Malat (kein Oxid!) – in Pulverform oder rund 50 bis 75 Gramm eines Pellet-Produkts mit Trägerstoffen verfüttert werden.

Selen: Qualität und Kombination entscheidend

Viele Produkte enthalten nur eine einzige Selenquelle – und das oft nicht in optimaler Menge. Dabei ist Selen für den Pferdekörper essenziell.

Selen ist in Futtermitteln in zwei Formen verfügbar:

  • Organisches Selen (z.B. Selenomethionin, Selenhefe): Wird wie eine Aminosäure in Körperproteine eingebaut. Es hat eine hohe Bioverfügbarkeit und wird langfristig gespeichert. Vorteilhaft für eine konstante Versorgung, birgt aber das Risiko der Anreicherung und den Rebound-Effekt.
  • Anorganisches Selen (z.B. Natriumselenit): Wird direkt im Stoffwechsel verwertet und schnell ausgeschieden. Eignet sich besonders für kurzfristige und kontrollierte Gaben, ohne langfristige Speicherung.

Warum die Kombination aus organischem und anorganischem Selen sinnvoll ist

Die Kombination im Verhältnis 1:2 gilt als optimal. Sie vereint die Vorteile beider Formen und verhindert eine potenzielle Überdosierung.

Vorteile der Kombination:

  • Organisches Selen sorgt für langfristige Versorgung.
  • Anorganisches Selen deckt den akuten Bedarf und verhindert Rebound-Effekte.
  • Gemeinsam sichern sie eine stabile Selenversorgung ohne Überladung.

Mehr dazu: Selenversorgung beim Pferd

Natürliche Mineralisierung statt synthetischer Zusätze

Die beste Versorgung gelingt über ein natürliches, hochwertiges Mineralfutter, das den Körper nicht zusätzlich belastet. Denn: Viele Erkrankungen beim Pferd – wie Hufrehe, Allergien, Verdauungsprobleme oder auch chronische Erschöpfung – stehen in Verbindung mit einem ungleichgewichtigen Nährstoffhaushalt.

Fazit: Braucht mein Pferd ein Mineralfutter?

Wenn du deinem Pferd eine stabile Gesundheit, leistungsfähige Muskulatur, gute Hufe und Vitalität bis ins Alter ermöglichen willst, kommst du an einem hochwertigen Mineralfutter kaum vorbei.

Die normale Ration reicht aufgrund der heutigen Umweltbedingungen meist nicht mehr aus. Achte auf natürliche Zutaten, organische Bindung der Mineralstoffe, ein sinnvolles Verhältnis von organischem und anorganischem Selen und eine an den Bedarf deines Pferdes angepasste Zusammensetzung – und stimme die Gabe im Zweifel mit deinem Tierarzt ab.