Mangan beim Pferd – Wirkung, Bedarf, Mangel & optimale Mineralfutter-Ergänzung
Einleitung: Das unterschätzte Spurenelement
Noch vor wenigen Jahren wurde Mangan in der Pferdefütterung kaum beachtet. Heute weiß man: Dieses Spurenelement ist für Pferde fast so wichtig wie Zink oder Magnesium. Es beeinflusst Muskulatur, Knochen, Fruchtbarkeit und sogar die Stressresistenz – und spielt somit eine entscheidende Rolle für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit.
Warum Mangan für Pferde unverzichtbar ist
Mangan beim Pferd wirkt als Cofaktor für zahlreiche Enzyme und ist an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt. Es unterstützt:
- den Energie- und Fettstoffwechsel
- den Abbau von Milchsäure (Laktat) nach Belastung
- den Knorpel-, Knochen- und Bindegewebsaufbau
- die Nervenleitung und die Hormonproduktion
- das Immunsystem und die Stressresistenz
Studien wie die Empfehlungen des National Research Council (NRC, 2007) und der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE, 2014) bestätigen die zentrale Rolle von Mangan für Gelenkgesundheit, Fruchtbarkeit und antioxidativen Zellschutz.
Der Manganbedarf beim Pferd
Der tägliche Manganbedarf beim Pferd liegt bei etwa 40–100 mg pro 100 kg Körpergewicht. Für ein 600 kg schweres Warmblut entspricht das rund 480 mg pro Tag – bei Sportpferden oder tragenden Stuten sogar deutlich mehr.
Doch Vorsicht: Heuanalysen der LUFA Nord-West (2020) zeigten starke Schwankungen – von nur 11 mg bis hin zu 899 mg Mangan pro kg Trockensubstanz. Besonders in Süddeutschland und auf sandigen Böden ist der Gehalt oft zu niedrig. Allein über Heu lässt sich der Bedarf also häufig nicht decken.
Natürliche manganhaltige Futtermittel
Mangan ist in Brennnesseln, Hagebutten, Löwenzahn und Hafer enthalten. Besonders reich sind Soja- oder Weizensprossen. Doch die Gehalte schwanken stark – und zusätzlich hemmen hohe Eisenwerte oder Phytinsäure im Futter die Aufnahme. Deshalb reicht die natürliche Zufuhr oft nicht aus, um den Manganbedarf des Pferdes zuverlässig zu decken.
Symptome eines Manganmangels beim Pferd
Ein Manganmangel beim Pferd kann sich auf vielfältige Weise bemerkbar machen:
- Muskelverspannungen, hoher CK-Wert im Blut, steifer Gang
- Knorpel- und Knochenschäden bei Jungpferden
- Fruchtbarkeitsprobleme bei Stuten
- erhöhte Infektanfälligkeit und Leistungsabfall
- Stoffwechselprobleme wie EMS oder PSSM2
Forscher wie Valberg et al. (2019) sehen gerade bei PSSM2-Pferden positive Effekte, wenn Mangan gezielt ergänzt wird.
Mangan in speziellen Bedarfssituationen
Nicht jedes Pferd hat denselben Bedarf. Faktoren wie Rasse, Stoffwechselerkrankungen oder Belastung spielen eine große Rolle.
Spezielle Bedarfsgruppen:
- Sportpferde: deutlich erhöhter Bedarf durch Muskelarbeit und Laktatabbau
- EMS-Pferde (Equines Metabolisches Syndrom): Mangan unterstützt die Insulinproduktion
- PSSM2-Pferde: profitieren von schnellerem Laktatabbau und besserer Muskelregeneration
- Isländer & Robustpferde: haben oft genetisch bedingte Stoffwechselbesonderheiten, die eine angepasste Spurenelementversorgung sinnvoll machen
- tragende und laktierende Stuten: fast doppelt so hoher Bedarf, da Mangan für Knochen- und Knorpelentwicklung des Fohlens wichtig ist
- Jungpferde im Wachstum: benötigen Mangan für gesunde Gelenke, Knochen und Sehnen
Übersicht: Optimale Mangan-Dosierungen beim Pferd
| Pferdetyp / Bedarfssituation | Empfohlene Menge Mangan pro Tag | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Erhaltung (600 kg Warmblut) | ca. 480 mg | Grundbedarf, meist nicht über Heu gedeckt |
| Sportpferd | 600–900 mg | abhängig von Belastung und Schweißverlust |
| Jungpferd im Wachstum | 600–800 mg | wichtig für Knochen- und Knorpelaufbau |
| Tragende / laktierende Stute | 800–1000 mg | höherer Bedarf für Fohlenentwicklung |
| Pferd mit EMS | 600–800 mg | unterstützt Insulinproduktion |
| Pferd mit PSSM2 | 700–900 mg | fördert Muskelregeneration |
| Isländer / Robustpferde | 500–700 mg | angepasst an Stoffwechsel und kleinere Körpergröße |
| * Angaben nach NRC (2007), GfE (2014) und praktischen Erfahrungswerten. | ||
Wann eine Ergänzung mit Mineralfutter sinnvoll ist
Da Blutwerte oft wenig aussagekräftig sind, empfiehlt sich eine Heuanalyse. Wird ein Defizit festgestellt – oder liegt ein erhöhter Bedarf vor (z. B. durch Sport, Trächtigkeit oder Stoffwechselerkrankungen) – ist die Supplementierung über ein hochwertiges Mineralfutter der sicherste Weg.
Ein gutes Mineralfutter für Pferde enthält nicht nur ausreichend Mangan, sondern auch weitere wichtige Spurenelemente wie Zink, Kupfer und Magnesium, die sich gegenseitig ergänzen und in Balance wirken. So lassen sich Mangelerscheinungen vermeiden und die Vitalität langfristig sichern.
Q&A – Häufige Fragen zu Mangan beim Pferd
Wie erkenne ich einen Manganmangel beim Pferd?
Anhaltende Muskelverspannungen, Rittigkeitsprobleme, schlechte Fruchtbarkeit oder Gelenkprobleme können Hinweise sein. Eine Heuanalyse gibt Sicherheit.
Kann ein Pferd auch zu viel Mangan bekommen?
Ja – eine Überversorgung kann die Aufnahme von Eisen, Zink und Kupfer stören. Daher immer Bedarf und Grundfutterwerte prüfen.
Warum haben manche Rassen wie Isländer besondere Bedürfnisse?
Robustrassen wie Isländer haben oft einen empfindlicheren Stoffwechsel. Bei ihnen können Spurenelemente wie Mangan schneller in Dysbalance geraten – daher ist eine angepasste Ration wichtig.
Hilft Mangan auch bei Arthrose oder alten Pferden?
Ja, da Mangan an der Bildung von Knorpel- und Gelenksubstanzen beteiligt ist, profitieren auch ältere Pferde mit Arthrose von einer guten Versorgung.
Fazit – Mangan als Schlüssel für Gesundheit und Leistung
Mangan beim Pferd ist weit mehr als ein „unbekanntes Spurenelement“. Es ist entscheidend für den Bewegungsapparat, die Muskulatur, die Gelenke, die Fruchtbarkeit und das Immunsystem. Da Heu und Gras oft nicht genug liefern, ist eine gezielte Ergänzung über ein hochwertiges Mineralfutter oft der einzige Weg, um Pferde optimal zu versorgen.
Wer die Manganversorgung beim Pferd im Blick behält, sorgt für mehr Vitalität, bessere Regeneration nach Belastung und langfristige Gesundheit.