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Magnesium für das Pferd – warum die Form entscheidend ist

Magnesium ist eines der wichtigsten Mineralstoffe im Pferdekörper. Es unterstützt Nerven, Muskeln, Energiestoffwechsel und Leistungsfähigkeit. Doch in der Praxis zeigt sich ein Problem: 

👉 Viele Pferde erhalten zwar Magnesium – aber in einer Form, die nur schlecht verwertet wird. 

Die Folge: Trotz Supplementierung bleiben Symptome wie Muskelspannung, Nervosität oder Leistungsabfall bestehen. Entscheidend ist daher nicht nur die Menge, sondern die Magnesiumform.

Was ist Magnesium und welche Funktion hat es im Pferdekörper?

Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff, den Pferde über das Futter aufnehmen müssen. Es gehört zu den Mengenelementen und ist an über 300 enzymatischen Prozessen beteiligt. 
Im Körper wirkt Magnesium vor allem als: 
  • Regulator für Nervenreizweiterleitung 
  • Schlüssel für Muskelentspannung nach Belastung 
  • Cofaktor im Energie- und Stoffwechsel (ATP) 
  • Stabilisator für Knochen und Zellfunktionen 
👉 Ohne ausreichend Magnesium laufen diese Prozesse ineffizient ab – das Pferd wirkt schneller gestresst, verspannter oder leistungsschwächer.

Warum viele Pferde nicht ausreichend mit Magnesium versorgt sind

Viele Pferde erhalten über Heu und Gras nicht genügend Magnesium. 

Gründe dafür: 

  • ausgelaugte Böden durch moderne Landwirtschaft 
  • schwankende Mineralstoffgehalte im Heu 
  • magnesiumarmes Frühjahrsgras bei gleichzeitig hohem Zuckergehalt 
  • erhöhter Bedarf durch Training, Stress und Schweißverlust 
👉 Dadurch entsteht häufig eine subklinische Unterversorgung, die lange unentdeckt bleibt.

Warum Magnesium für Muskeln, Nerven und Leistung so wichtig ist 

Magnesium ist entscheidend für: 
  • Muskelentspannung nach Kontraktion 
  • stabile Nervenfunktion & Reizverarbeitung 
  • bessere Stressresistenz & Gelassenheit 
  • effiziente Energieproduktion (ATP) 
  • konstante Leistungsfähigkeit unter Belastung 

👉 Ein Mangel zeigt sich oft zuerst im Verhalten und in der Muskelspannung.

Was ist Magnesium und welche Funktion hat es im Pferdekörper?

Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff, den Pferde über die tägliche Fütterung aufnehmen müssen, da der Körper ihn nicht selbst bilden kann. Es gehört zu den wichtigsten Mengenelementen im Pferdeorganismus und ist an zahlreichen lebenswichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt. Mengenelemente sind Mineralstoffe, die in vergleichsweise großen Mengen benötigt werden – im Gegensatz zu Spurenelementen.

Im Körper des Pferdes übernimmt Magnesium vor allem eine zentrale Rolle im Nerven- und Muskelsystem. Es unterstützt die Reizweiterleitung im Nervensystem und trägt dazu bei, dass sich Muskeln nach einer Anspannung wieder entspannen können. Dadurch ist Magnesium entscheidend für Gelassenheit, Muskelbalance und Koordination

Darüber hinaus ist Magnesium ein wichtiger Bestandteil des Energiestoffwechsels. Es ist an der Aktivierung von über 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt, unter anderem bei der Verwertung von Kohlenhydraten, Fetten und Aminosäuren. Ohne eine ausreichende Magnesiumversorgung können diese Prozesse eingeschränkt sein, was sich negativ auf Energie, Ausdauer und Regeneration auswirken kann. 

Auch für die Knochengesundheit und Zellfunktion spielt Magnesium eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit Calcium und Phosphor trägt es zur Stabilität des Skeletts bei und unterstützt die Funktion der Zellmembranen. 

Kurz gesagt: Magnesium ist kein „Zusatzstoff“, sondern ein zentrales Funktionsmineral für Nerven, Muskeln, Stoffwechsel und Leistungsfähigkeit beim Pferd.

Warum Magnesium für Muskeln, Nerven und Leistung so wichtig ist

Magnesium unterstützt die Reizweiterleitung im Nervensystem, sorgt für die Entspannung der Muskulatur nach Anspannung und ist entscheidend für den Energiestoffwechsel. Dadurch trägt es wesentlich zu Stressresistenz, Leistungsfähigkeit und Muskelbalance beim Pferd bei.

Magnesiumoxid beim Pferd: hoher Gehalt, aber schlechte Verwertung

Magnesiumoxid enthält zwar viel elementares Magnesium, hat aber eine entscheidende Schwäche:

👉 Die Bioverfügbarkeit liegt nur bei ca. 4–20 %

Das bedeutet: Von 10 g Magnesium aus Magnesiumoxid können im ungünstigen Fall weniger als 1 g tatsächlich vom Körper aufgenommen werden. Der Großteil wird wieder ausgeschieden. Viel Magnesium auf dem Etikett bedeutet also nicht automatisch viel Magnesium im Pferd. 

Entscheidend ist nicht, wie viel Magnesium im Produkt steckt, sondern wie viel davon tatsächlich im Pferd ankommt.

Nachteile von Magnesiumoxid: 

  • sehr geringe Aufnahme im Darm 
  • starke Schwankungen in der Wirkung 
  • ineffizient trotz hohem Rohgehalt 
  • oft „teuer ohne Effekt“ in der Praxis 
👉 Ergebnis: Viel Magnesium auf dem Papier – wenig im Körper.

Magnesiumcitrat & Magnesium-Malat: warum die Form so wichtig ist

Entscheidend ist nicht nur das Magnesium selbst, sondern die sogenannte Trägersubstanz. Diese bestimmt, wie gut Magnesium aufgenommen und verwertet wird. Diese sogenannte Verbindung – die Trägersubstanz – beeinflusst maßgeblich, wie gut Magnesium im Verdauungstrakt aufgenommen und im Stoffwechsel verwertet werden kann. 

Magnesiumcitrat

  • Verbindung mit Zitronernsäure (Citrat)
  • sehr gute Wasserlöslichkeit
  • schnelle Aufnahme im Verdauungstrakt 
  • hohe Bioverfügbarkeit 
  • ideal für nervöse & verspannte Pferde

Magnesium-Malat 

  • Verbindung von Magnesium mit Apfelsäure (Malat) 
  • unterstützt den Energiestoffwechsel (ATP-Bildung) 
  • interessant für Sport- und Leistungspferde 
  • kann die Muskelregeneration unterstützen

👉 Der Vorteil organischer Formen: 

Magnesium liegt bereits in einer „körperfreundlichen Transportform“ vor und kann effizienter genutzt werden.

Magnesium-Kombivorteil

Die Kombination aus Magnesiumcitrat und Magnesiummalat wird in der Pferdefütterung häufig eingesetzt, da sie unterschiedliche physiologische Vorteile vereint. 

Magnesiumcitrat zeichnet sich durch eine gute Wasserlöslichkeit und eine schnelle Verfügbarkeit im Organismus aus. Es unterstützt insbesondere die normale Muskelfunktion und kann zur Entspannung des Nervensystems beitragen, was es für nervöse oder stressanfällige Pferde interessant macht. 

Magnesiummalat ist an Apfelsäure gebunden, die eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel (ATP-Bildung) spielt. Diese Form wird häufig im Zusammenhang mit Muskelstoffwechsel und Leistungsanforderungen eingesetzt und kann die Energieverfügbarkeit der Muskelzellen unterstützen. 

Durch die Kombination beider Formen kann eine sowohl schnelle als auch länger anhaltende Magnesiumversorgung erreicht werden. Dies ist insbesondere für Pferde unter Training, Stress oder erhöhter körperlicher Belastung relevant.

Magnesiumformen im Vergleich (Pferd)

Magnesiumform  BioverfügbarkeitVorteilNachteil
Magnesiumoxid4–20 %hoher Gehalt, günstigschlechte Aufnahme
Magnesiumcitrat30–50 %schnell verfügbargeringerer Mg-Gehalt
Magnesium-Malat35–60 %Energieunterstützungteurer
Citrat + Malat30–60 %optimale Kombinationqualitätsabhängig

Fazit: Welche Magnesiumform ist die beste für Pferde?

Die beste Magnesiumform ist nicht die mit dem höchsten Gehalt, sondern die mit der höchsten Bioverfügbarkeit. 

👉 Besonders bewährt haben sich: 

  • Magnesium-Citrat (besonders gut & schnell verfügbar) 
  • Magnesium-Malat (unterstützt Energiestoffwechsel und Muskelfunktion) 

Die Kombination beider Formen gilt als besonders effektiv für: Stresspferde, Sportpferde, verspannte oder nervöse Pferde.

Die Rolle von Kalzium und Magnesium im Muskelstoffwechsel

Magnesium und Kalzium stehen im Körper des Pferdes in einem engen funktionellen Zusammenspiel. Beide Mineralstoffe sind entscheidend für die Muskelarbeit, erfüllen jedoch unterschiedliche Aufgaben. 

Kalzium ist maßgeblich an der Muskelkontraktion beteiligt. Es ermöglicht, dass sich Muskelfasern zusammenziehen und Bewegung entsteht. Magnesium wirkt dagegen als natürlicher Gegenspieler und unterstützt die Muskelentspannung nach der Anspannung

Vereinfacht gesagt: Während Kalzium den Muskel aktiviert, sorgt Magnesium dafür, dass er sich anschließend wieder lösen und entspannen kann. 

Dieser Mechanismus ist Teil eines fein abgestimmten Regelkreises im Muskel- und Nervensystem. Ist ausreichend Magnesium vorhanden, kann der Muskel nach der Belastung normal relaxieren. 

Bei einer unzureichenden Magnesiumversorgung kann dieses Gleichgewicht gestört sein. Die Folge können erhöhte Muskelspannung, Überreaktionen des Nervensystems oder eine eingeschränkte Entspannungsfähigkeit sein. 

Magnesium spielt daher eine zentrale Rolle für Muskelbalance, Nervenfunktion und Stressregulation beim Pferd.

Diagnose eines Magnesiummangels beim Pferd

Ein Magnesiummangel beim Pferd lässt sich nicht allein über einzelne Symptome sicher diagnostizieren, da Anzeichen wie erhöhte Muskelspannung, Überreaktionen des Nervensystems oder eine eingeschränkte Entspannungsfähigkeit auch bei Stress, Schmerzen oder Trainingsbelastung auftreten können. Entscheidend ist daher immer die Kombination aus Verhalten, körperlichen Symptomen und Fütterungsanalyse. 

Blutuntersuchung – wichtige Einschränkung 

Die Diagnose über eine Blutuntersuchung ist nur bedingt aussagekräftig. Besonders wichtig ist dabei: 

👉 Serum-Magnesium ist wenig zuverlässig, da nur ein sehr kleiner Teil des körpereigenen Magnesiums im Blutplasma zirkuliert. Der größte Anteil befindet sich intrazellulär (in Muskel- und Knochenzellen). 

👉 Aussagekräftiger ist daher eine Vollblut-Analyse (Erythrozyten-Magnesium), da sie den intrazellulären Magnesiumstatus besser widerspiegelt. 

Studien und veterinärmedizinische Fachliteratur (u. a. Coenen & Vervuert, NRC 2007) weisen darauf hin, dass Serumwerte selbst bei funktionellem Magnesiummangel häufig noch im Normbereich liegen können, während in den Zellen bereits ein Defizit besteht. 

Ergänzend wichtig

  • Magnesium ist überwiegend intrazellulär gespeichert (ca. 99 % im Gewebe) 
  • Nur ein sehr kleiner Anteil befindet sich im Blut → daher geringe diagnostische Sensitivität von Serumwerten
  • Belastbare Beurteilung erfolgt nur im Zusammenhang mit: Fütterung, Stresslevel, Muskel- und Nervensymptomen und ggf. Vollblutwerten.

Fazit 

Ein Magnesiummangel beim Pferd ist in der Praxis vor allem eine funktionelle Diagnose, die sich aus mehreren Faktoren zusammensetzt. Blutwerte – insbesondere Serumwerte – sind allein nicht ausreichend, um einen Mangel sicher zu bestätigen oder auszuschließen.

Anzeichen für möglichen Magnesiummangel beim Pferd

Typische Symptome können sein:

  • Muskelzittern, Zuckungen oder Verspannungen 
  • erhöhte Schreckhaftigkeit und Nervosität 
  • Reizbarkeit oder Überreaktion auf Umweltreize 
  • Leistungsabfall und schnelle Ermüdung 
  • eingeschränkte Entspannungsfähigkeit 
  • Berührungsempfindlichkeit, besonders im Rückenbereich 
  • Schwierigkeiten bei Losgelassenheit und Versammlung 

In einzelnen Fällen können auch folgende Anzeichen auftreten:

  • unruhiges Verhalten beim Reiten oder Training 
  • Probleme bei längerer Belastung erhöhte Anspannung trotz ausreichendem Training

Magnesiumzufuhr & richtige Nutzung beim Pferd

Die Magnesiumversorgung beim Pferd wird von mehreren Faktoren beeinflusst – insbesondere von Arbeitsbelastung, Schweißverlusten und Fütterungsmanagement

Arbeitspferde haben einen um etwa 10–30 % erhöhten Magnesiumbedarf, da sie durch Bewegung und Training vermehrt Mineralstoffe über den Schweiß verlieren. Bei stark schwitzenden Pferden kann dieser Bedarf zusätzlich deutlich ansteigen. 

Magnesium wird in der Regel gut reguliert, da überschüssige Mengen über die Niere ausgeschieden werden. Eine Magnesiumtoxizität ist daher selten.

Für eine bessere Aufnahme empfiehlt es sich, die Tagesmenge auf mehrere Mahlzeiten zu verteilen. So kann die Verwertung im Darm verbessert und mögliche abführende Effekte reduziert werden. 

Wichtig: Ein bestehender Magnesiummangel lässt sich in der Praxis meist nur langsam wieder ausgleichen, da die Speicher im Körper schrittweise aufgefüllt werden.

👉 Mehr zur richtigen Supplementierung und Dosierung von Magnesium findest du hier: 

https://www.winnies.de/magnesium-pferd-wirkung-dosierung 

Fazit

Die Kombination aus Magnesiumcitrat und Magnesiummalat ist besonders effektiv, da sie die wesentlichen Bedürfnisse von Pferden abdeckt. Während Citrat schnell aufgenommen wird und sofortige Effekte bietet, sorgt Malat für eine nachhaltige Versorgung und unterstützt die allgemeine Ausdauer und Leistungsfähigkeit. Besonders für Pferde im Training oder Wettkampf, die unter erhöhtem Stress stehen, bietet diese Kombination eine optimale Versorgung. In vielen Vergleichstests sind Produkte mit Magnesiumcitrat und Magnesiummalat die Testsieger und werden von vielen Reitern als besonders wirksam bewertet.

Wissenschaftliche Quellen (Magnesium Bioverfügbarkeit) 

Pardo, M. R., Garicano Vilar, E., San Mauro Martín, I., & Camina Martín, M. A. (2021). Bioavailability of magnesium food supplements: A systematic review. Nutrition, 89, 111294. https://doi.org/10.1016/j.nut.2021.111294 

Blancquaert, L., Vervaet, C., & Derave, W. (2019). Predicting and Testing Bioavailability of Magnesium Supplements. Nutrients, 11(7), 1663. https://doi.org/10.3390/nu11071663


Merck Veterinary, Stewart, A. J. (2024). Magnesium as an Equine Dietary Supplement https://www.merckvetmanual.com

Maier & Kienzle (2024), Calcium-, Phosphor- und Magnesiummetabolismus beim Pferd; https://www.mdpi.com/2076-2615/14/19/2765?utm_source=chatgpt.com