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Der Friese ist eine der bekanntesten Pferderassen der Welt. Typisch sind das schwarze Fell, die lange Mähne, der volle Schweif und der barocke Körperbau. Ursprünglich stammt der Friese aus den Niederlanden und wird heute vor allem als Freizeit-, Dressur- und Fahrpferd geschätzt. Sein freundlicher Charakter und seine beeindruckende Ausstrahlung machen ihn bei vielen Pferdefreunden besonders beliebt.

Herkunft und Geschichte

Der Friese stammt aus der niederländischen Provinz Friesland. Seine Geschichte reicht weit zurück. Schon früh wurden kräftige, robuste Pferde aus dieser Region geschätzt. Im Mittelalter galten sie als zuverlässige Pferde für Ritter, später veränderte sich der Typ unter anderem durch spanisch-andalusische Einflüsse. Dadurch wurde der Friese leichter, eleganter und bewegungsstärker.

Mit der Gründung des Friesch Paarden-Stamboek im Jahr 1879 begann die geregelte Reinzucht. Ganz selbstverständlich war der Fortbestand der Rasse allerdings nicht. 1913 gab es nur noch drei reinrassige Friesenhengste. Auch durch die Mechanisierung der Landwirtschaft geriet die Rasse später noch einmal unter Druck. Ab den späten 1960er Jahren wurde der Friese dann neu entdeckt: als Sport-, Freizeit- und Fahrpferd. Heute ist er international beliebt und in vielen Ländern vertreten.

Aussehen und typische Merkmale

Der Friese ist ein Pferd mit viel Ausdruck. Typisch sind der lange, leicht gebogene Hals, das edle Haupt, die schwarze Farbe, die üppige Mähne, der volle Schweif und der deutliche Behang an den Beinen. Auch seine Bewegungen fallen auf: Friesen zeigen oft eine erhabene, ausdrucksvolle Trabaktion und wirken insgesamt sehr präsent.

Gewünscht ist ein Stockmaß um etwa 165 cm. Je nach Linie, Körperbau und Trainingszustand liegt das Gewicht häufig ungefähr zwischen 600 und 750 kg. Die Farbe ist fast immer schwarz. Kleine Abzeichen am Kopf können vorkommen, sind aber nicht das Idealbild.

Merkmal Typische Angabe
Stockmaß etwa 165 cm gewünscht
Gewicht ca. 600 bis 750 kg
Farbe fast ausschließlich Rappe
Abzeichen möglichst keine, kleine Kopfabzeichen möglich
Typisch lange Mähne, voller Schweif, Behang, aufgerichteter Hals

Friese oder Warmblut?

Wer den Friesen mit einem modernen Sportwarmblut vergleicht, merkt schnell: Das sind zwei sehr unterschiedliche Pferdetypen. Der Friese wirkt barocker, ausdrucksstärker und oft imposanter. Warmblüter wie Hannoveraner oder Oldenburger sind dagegen stärker auf sportliche Leistung in Dressur, Springen oder Vielseitigkeit gezüchtet.

Punkt Friese Warmblut
Typ barock, präsent, ausdrucksstark modern, sportlich, großlinig
Farbe fast immer schwarz viele Farben möglich
Bewegung viel Ausdruck, mehr Aktion raumgreifend, sportorientiert
Stärken Freizeit, Dressur, Fahren, Show Dressur, Springen, Vielseitigkeit
Pflege höherer Aufwand durch Mähne, Schweif und Behang meist etwas unkomplizierter

Wer also ein Pferd mit viel Ausstrahlung, Charakter und Talent für Dressur oder Fahren sucht, findet im Friesen oft einen spannenden Partner. Wer dagegen vor allem springen oder sportlich unterwegs sein möchte, ist bei einem modernen Sportwarmblut meist näher am eigentlichen Zuchtziel.

Charakter und Temperament

Der Friese wird häufig als freundlich, menschenbezogen, intelligent und arbeitswillig beschrieben. Viele Vertreter der Rasse sind aufmerksam, kooperativ und bauen eine enge Beziehung zu ihren Menschen auf. Genau das macht sie für viele Reiter so besonders.

Trotzdem sollte man den Friesen nicht automatisch als Anfängerpferd einordnen. Sein imposanter Körper, seine kraftvolle Bewegung und manchmal auch seine Sensibilität verlangen nach guter Ausbildung und einem passenden Reitergefühl. Wie bei jeder Rasse entscheidet am Ende nicht nur das Rasseporträt, sondern immer das einzelne Pferd.

Verwendung: Wofür eignet sich der Friese?

Der Friese ist vielseitig, aber nicht für alles gleichermaßen gemacht. Besonders häufig sieht man ihn im Freizeitbereich, in der Dressur, vor der Kutsche, in Shows und in der Zucht. Seine Präsenz und sein ausdrucksvolles Bewegungsbild passen sehr gut zum Fahrsport und zur klassischen Dressurarbeit.

Für Springen oder Vielseitigkeit ist er dagegen meist nicht die erste Wahl. Das bedeutet nicht, dass ein Friese nicht auch kleine Sprünge oder Geländeritte machen kann. Für eine gezielte sportliche Karriere in diesen Bereichen gibt es aber spezialisiertere Pferderassen.

Gesundheit, Pflege und Haltung

So schön Mähne, Schweif und Behang auch sind: Sie bringen Pflegeaufwand mit sich. Gerade der Behang sollte regelmäßig kontrolliert werden, besonders bei feuchtem Wetter oder matschigen Böden. Hautprobleme in der Fesselbeuge können unter dichtem Haar schnell übersehen werden. Auch Mähne und Schweif brauchen regelmäßige, aber schonende Pflege.

Gesundheitlich gibt es beim Friesen einige Themen, die man kennen sollte. Dazu gehören unter anderem genetisch überwachte Erkrankungen wie Zwergwuchs und Hydrocephalus. Auch weitere rassetypische Probleme werden in der Zucht diskutiert. Wichtig ist dabei: Nicht jeder Friese ist betroffen. Aber gerade beim Kauf und in der Zucht sollte man genau hinschauen.

Für Käufer bedeutet das: Abstammung, Gesundheitsstatus, Zuchtunterlagen und mögliche Gentests sollten nicht als Nebensache betrachtet werden. Wer sich für einen Friesen interessiert, sollte sich gut informieren und im Zweifel fachkundige Unterstützung beim Kauf einholen.

Zucht und Organisation

Das KFPS ist das Ursprungsstutbuch des Friesen. In Deutschland spielen unter anderem der DFZ und der FPZV eine Rolle. Für die Zucht sind Prädikate wie Ster, Kroon oder Model wichtig. Ergänzend gibt es Leistungsprüfungen, bei denen Bewegung, Gebrauchseigenschaften und Qualität eines Pferdes beurteilt werden.

Für Freizeitreiter sind diese Begriffe vielleicht nicht immer entscheidend. Wer aber züchten oder ein hochwertiges Zuchtpferd kaufen möchte, sollte sich damit genauer beschäftigen.

Für wen passt ein Friese?

Ein Friese passt besonders gut zu Menschen, die ein ausdrucksstarkes, menschenbezogenes und charaktervolles Pferd suchen. Er kann ein toller Freizeitpartner sein, macht vor der Kutsche eine beeindruckende Figur und bringt viel Präsenz in die Dressurarbeit.

Weniger passend ist er meist für Reiter, die vor allem im Springen, in der Vielseitigkeit oder im sehr leistungsorientierten modernen Turniersport unterwegs sein möchten. Auch wer ein möglichst pflegeleichtes Pferd sucht, sollte den zusätzlichen Aufwand durch Behang, Mähne und Schweif realistisch einschätzen.

Fazit

Der Friese ist kein Pferd, das man einfach übersieht. Seine Optik, seine Ausstrahlung und sein freundliches Wesen machen ihn für viele Menschen zu einem echten Herzenspferd. Gleichzeitig sollte man sich nicht nur von der schwarzen Mähne und dem imposanten Auftreten begeistern lassen.

Wer sich für einen Friesen entscheidet, sollte auch Pflege, Haltung, Gesundheit und Ausbildung ehrlich mitdenken. Dann kann aus dem beeindruckenden Rassebild ein wunderbarer Partner werden: elegant, charakterstark und mit ganz besonderem Charme.

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