EMS beim Pferd: Symptome, Ursachen, Behandlung & Fütterung einfach erklärt
EMS beim Pferd (Equines Metabolisches Syndrom) ist eine häufige Stoffwechselerkrankung, die oft lange unbemerkt bleibt. Besonders Übergewicht, Insulinresistenz und ein erhöhtes Risiko für Hufrehe zählen zu den typischen Anzeichen.
Erfahre, wie du EMS frühzeitig erkennst, welche Fütterung sinnvoll ist und wie du dein Pferd langfristig unterstützen kannst.
Was ist EMS beim Pferd?
EMS ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der eine Insulinresistenz vorliegt. Das bedeutet, dass die Körperzellen nicht mehr richtig auf Insulin reagieren und der Zuckerstoffwechsel gestört ist.
Typisch sind:
- Übergewicht
- Fettpolster (z. B. am Mähnenkamm)
- erhöhtes Risiko für Hufrehe
👉 EMS ist also eine Kombination aus Übergewicht, Stoffwechselstörung und Insulinproblemen.
EMS Pferd Symptome: So erkennst du die Krankheit
Die Erkrankung entwickelt sich oft schleichend.
Häufige Symptome:
- Übergewicht trotz normaler Fütterung
- harte Fettpolster
- steifer Gang
- Leistungsabfall
- starkes Schwitzen
- erhöhter Durst
⚠️ Besonders wichtig: Hufrehe ist ein häufiges Warnsignal!
Ursachen von EMS beim Pferd
EMS entsteht meist durch mehrere Faktoren:
- zu energiereiches Futter
- zu wenig Bewegung
- genetische Veranlagung
- gestörter Stoffwechsel
Auch die Darmgesundheit spielt eine wichtige Rolle und kann den Stoffwechsel stark beeinflussen.
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass das Equine Metabolic Syndrome (EMS) primär durch eine gestörte Insulinregulation verursacht wird. Diese Störung des Glukose- und Insulinstoffwechsels gilt als zentraler Risikofaktor für die Entstehung der endokrinopathischen Hufrehe. Fettgewebe spielt dabei eine aktive Rolle als entzündliches Organ. Besonders kritisch ist die chronische Hyperinsulinämie, die als Hauptauslöser für endokrinopathische Hufrehe gilt. Neuere Forschung weist zudem auf mitochondriale Dysfunktionen und systemischen oxidativen Stress bei EMS-Pferden hin.
Fachliche Einordnung (Praxis & Forschung)
Laut NRC (2007) und den Empfehlungen der GfE (2014) sollte die Rationsgestaltung bei EMS-Pferden konsequent auf eine Reduktion schnell verfügbarer Kohlenhydrate sowie eine gezielte Mineralstoff- und Spurenelementversorgung ausgerichtet sein.
Auch die Arbeiten von Prof. Dr. Ellen Kienzle zeigen, dass insbesondere Insulinreaktionen stark fütterungsabhängig sind und bereits kleine Schwankungen im Energie- und Stärkegehalt der Ration metabolische Effekte auslösen können
EMS Pferd Behandlung: Die 3 wichtigsten Säulen
1. Fütterung optimieren
Die Ernährung ist der wichtigste Faktor bei EMS.
👉 Grundregeln:
- wenig Zucker & Stärke
- Heu als Basis
- kontrollierte Futtermenge
💡 Für eine ausgewogene Versorgung bei Pferde mit EMS können ergänzend Produkte eingesetzt werden wie:
winnies® Complete Pellets Plus
→ zur täglichen Nährstoffversorgung bei stoffwechselempfindlichen Pferden
winnies® Magnesium Complex Pellets Plus
→ kann den Energiestoffwechsel und die Muskelfunktion bei stoffwechselempfindlichen Pferden unterstützen
👉 Ergänzend kann eingesetzt werden:
winnies® Trojaner
→ zur einfachen Tabletteneingabe oder als Omega 3 Supplement
2. Bewegung steigern
- tägliche Bewegung
- moderates Training
- langsamer Trainingsaufbau
👉 Bewegung verbessert direkt die Insulinwirkung.
Medikamentöse Unterstützung (nur in Einzelfällen)
In bestimmten Fällen kann der Tierarzt zusätzlich Medikamente einsetzen, z. B. Metformin. Dabei handelt es sich um einen Wirkstoff aus der Humanmedizin, der die Glukoseaufnahme im Darm beeinflussen und die Insulinantwort modulieren soll.
Studien zeigen jedoch, dass die orale Bioverfügbarkeit beim Pferd sehr gering ist, weshalb die Wirkung individuell unterschiedlich ausfällt. Daher wird Metformin in der Regel nur unterstützend und nicht als alleinige Therapie eingesetzt.
EMS Pferd Fütterung: Darauf musst du achten
- zuckerarme Ernährung
- strukturreiches Heu
- wenig bis kein Kraftfutter
- kontrollierte Weidezeiten
⚠️ Besonders im Frühjahr und Herbst ist Vorsicht geboten (👉 hoher Zuckergehalt im Gras).
Trainingsplan für EMS Pferde
Regelmäßige Bewegung ist neben der Fütterung einer der wichtigsten Bausteine im Management von EMS. Bewegung verbessert die Insulinsensitivität, unterstützt den Stoffwechsel und hilft beim Gewichtsmanagement.
Ein sinnvoller Trainingsplan beinhaltet:
- tägliche Bewegung
- lange Schrittphasen
- leichtes bis moderates Ausdauertraining
- Bodenarbeit und Spaziergänge
- kontrollierten Muskelaufbau
- langsame und individuelle Trainingssteigerung
👉 Regelmäßigkeit ist wichtiger als Intensität.
Prävention: EMS beim Pferd vermeiden
So kannst du dein Pferd schützen:
- Gewicht kontrollieren
- regelmäßige Bewegung
- Fütterung anpassen
- Weidezeiten begrenzen
- Tierarzt-Checks durchführen
Wie viel Bewegung braucht ein EMS-Pferd?
Das hängt vom Gesundheitszustand und der Belastbarkeit des Pferdes ab. Ziel ist es, die tägliche Aktivität langfristig zu erhöhen, ohne Gelenke, Hufe oder Stoffwechsel zu überlasten. Besonders bei übergewichtigen Pferden kann bereits regelmäßiges Schritttraining einen wichtigen Beitrag zur Gewichtsreduktion leisten. Bereits tägliche Bewegung kann die Insulinsensitivität positiv beeinflussen.
⚠️ Bei akuter Hufrehe oder Schmerzen sollte das Training ausschließlich in Absprache mit Tierarzt und Hufbearbeiter erfolgen.
Unterschied: EMS vs. Cushing (PPID)
EMS:
- Insulinresistenz
- häufig übergewichtige Pferde
Cushing:
- hormonelle Erkrankung
- Fellveränderungen
Mineralfutter bei EMS-Pferden – worauf kommt es wirklich an?
Ein EMS-Pferd braucht ein getreidefreies, zucker- und stärkearmes Mineralfutter, das den Stoffwechsel unterstützt, ohne Insulin unnötig zu belasten.
Wichtige Eigenschaften eines guten EMS-Mineralfutters
1. Getreidefrei & ohne Zucker/Melasse
- kein Getreide (kein Weizen, Mais, Gerste)
- keine Melasse
- sehr niedriger Zucker- & Stärkegehalt
👉 Ziel: keine Insulinspitzen
2. Niedriger glykämischer Einfluss
- keine versteckten Energiequellen
- keine süßen Trägerstoffe (z. B. Apfeltrester in hoher Menge)
3. Organisch gebundene Spurenelemente
Besonders wichtig:
- Zink (Zellschutz, Haut, Hufe, Insulinstoffwechsel)
- Kupfer (Bindegewebe, Enzymfunktionen)
- Mangan (Knorpel, Zuckerstoffwechsel)
- Selen (Antioxidans, Muskelstoffwechsel)
👉 Ideal: Chelate oder Hefegebundene Formen
4. Magnesium (sehr wichtig bei EMS!)
Magnesium ist bei EMS fast immer kritisch:
- verbessert Insulinsensitivität
- stabilisiert Nerven & Muskeln
- unterstützt Glukosestoffwechsel
👉 häufig sinnvoll: zusätzliche Magnesiumergänzung.
Gerade bei EMS-Pferden spielt Magnesium eine zentrale Rolle im Stoffwechsel und der Insulinsensitivität. Deshalb kann eine gezielte Ergänzung häufig sinnvoll sein, insbesondere bei erhöhtem Bedarf oder muskulären Problemen. Mehr zur Bedeutung, der besten Form und richtigen Dosierung von Magnesium.
5. Antioxidative Stoffe
EMS geht oft mit oxidativem Stress einher.
Wichtige Stoffe:
- Vitamin E
- Vitamin C (z. B. Natriumascorbat)
- sekundäre Pflanzenstoffe
6. Selen (ausgewogen!)
- wichtig für Muskelstoffwechsel
- aber nur in kontrollierter Dosierung
- ideal: Kombination organisch + anorganisch
Mehr dazu hier: Selen sicher anwenden
Was ein gutes EMS-Mineralfutter enthalten sollte
✔ Zink (hoch dosiert)
✔ Kupfer (ausgewogen zu Zink)
✔ Mangan
✔ Selen (kontrolliert kombiniert)
✔ Magnesium (oft zusätzlich nötig)
✔ Vitamin E
✔ ggf. Vitamin C
✔ organisch gebundene Spurenelemente
Fazit
EMS ist eine ernsthafte, aber gut kontrollierbare Erkrankung.
👉 Mit der richtigen Kombination aus:
- Fütterung
- Bewegung
- gezielter Unterstützung
kann dein Pferd ein gesundes und aktives Leben führen.
FAQ – Häufige Fragen zu EMS beim Pferd
Was ist EMS beim Pferd einfach erklärt?
EMS ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der das Pferd eine Insulinresistenz entwickelt und dadurch zu Übergewicht und Hufrehe neigt.
Wie erkenne ich EMS beim Pferd?
Typische Anzeichen sind Übergewicht, Fettpolster, Leistungsabfall und ein steifer Gang.
Was darf ein EMS Pferd fressen?
Vor allem zuckerarmes, strukturreiches Futter wie Heu. Kraftfutter sollte reduziert oder vermieden werden.
Kann ein EMS Pferd geheilt werden?
EMS ist nicht heilbar, aber durch richtige Fütterung und Bewegung sehr gut kontrollierbar.
Welche Rolle spielt Bewegung bei EMS?
Bewegung verbessert die Insulinwirkung und hilft beim Abnehmen – sie ist ein zentraler Bestandteil der Therapie.
Sind Ergänzungsfuttermittel sinnvoll?
Ja, sie können helfen, den Stoffwechsel zu unterstützen und Nährstoffdefizite auszugleichen – sollten aber gezielt eingesetzt werden.
Quellen
National Research Council (NRC, 2007): Nutrient Requirements of Horses, 6th Revised Edition
GfE (2014): Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Pferden
Meyer, H., Coenen, M. (2014): Pferdefütterung Kienzle, E. et al.: Veröffentlichungen zur Rationsbewertung beim Pferd
de Laat et al. (2019): Hyperinsulinämie und Huflamellenveränderungen
Veterinary Journal (2024): Proinflammatorische Effekte chronischer Hyperinsulinämie
ECEIM Consensus Statement EMS (2019)
-
19,95 €*