Das EWU-Turniersystem erklärt: Von LK 5 bis ganz oben
Wer neu in der Western-Szene ist, steht schnell vor einem Buchstabensalat: LK 3, B-Turnier, A/Q, German Open – was bedeutet das alles, und wie hängt es zusammen? Hier kommt eine Übersicht.
Was ist die EWU?
Die EWU – Erste Westernreiter Union Deutschland e.V. – ist der größte Westernreitsportverband im deutschsprachigen Raum. Die Landesverbände organisieren jährlich über 250 Turniere aller Kategorien mit über 42.000 Starts. Ein rasseoffener Verband: Pferde jeder Rasse sind willkommen, das Mindestalter fürs Turnierpferd beträgt 4 Jahre.
Das Leistungsklassensystem: LK 5 bis LK 1
Die Reiter der EWU sind in Leistungsklassen von LK 5 bis LK 1 eingeteilt. Jede LK ist zudem in A (Erwachsene ab 20 Jahren) und B (Jugendliche bis Ende des Jahres, in dem sie 19 werden) unterteilt.
LK 5 – Einstieg ohne Mitgliedschaft
Die LK 5 ist für den Einstieg ins Turnierreiten gedacht. Teilnehmer müssen keine EWU-Mitglieder sein, ihre Pferde müssen nicht registriert sein. Die Prüfungen können reitweisenübergreifend ausgeschrieben werden – Western-, Freizeit- und klassische Reiter gleichermaßen willkommen.
LK 4 – Erste offizielle Leistungsklasse
Ab LK 4 ist eine EWU-Mitgliedschaft Pflicht, und das Pferd muss bei der EWU registriert sein. Die LK 4 ist die erste Klasse, für die Leistung nach Punkten erforderlich ist. Wer einmal in LK 4 war, kann nicht zurück in die LK 5.
LK 3 – Aufstieg über Punkte oder Abzeichen
In die LK 3 gelangt man durch genügend Aufstiegspunkte oder als Inhaber des Westernreitabzeichens 3 (WRA 3). Auch EWU-Trainer C/B/A sowie ausgebildete Pferdewirte Westernreiten werden automatisch in LK 3 eingestuft. Kein Zurück zur LK 4.
LK 2 – Mit Jahrespflicht
Für den Aufstieg in LK 2 zählen Platzierungspunkte oder das Westernreitabzeichen 2, das innerhalb von 12 Monaten nach Ablegen zur einmaligen Einstufung berechtigt. Neu in der LK 2: Es gibt einen Leistungsklassenerhalt – wer jährlich nicht genügend Punkte sammelt, kann bis auf LK 3 zurückgestuft werden.
LK 1 – Die Spitze, mit Bestandspflicht
Die LK 1 ist die höchste Klasse und ebenfalls mit einem jährlichen Punkterhalt verbunden. Wer die Mindestpunkte nicht erreicht, wird zunächst in LK 2 zurückgestuft – maximal bis LK 3.
So funktioniert das Punktesystem
Die Leistungspunkte richten sich nach der Platzierung – multipliziert mit einem Faktor je nach Turnierkategorie: DM ×3, A+Q/A/SQ ×2, B ×1,5, C ×1, D ×0,5. Auf E-Turnieren gibt es keine Leistungspunkte.
Die Turnierkategorien: E, D, C, B, A/Q und German Open
E-Turniere – Play Days
Veranstaltungen mit Playday-Charakter: Stallurniere, Freizeitveranstaltungen, informelle Wettkämpfe. Keine Leistungspunkte. Prüfungen für LK 4 und 5 möglich (außer Reining).
D-Turniere – Breitensport für Einsteiger
Breitensportturniere für LK 5 und LK 4. Reitweisenübergreifende Wettbewerbe ausdrücklich erwünscht. Der Veranstalter kann besondere Schwerpunkte setzen: Playday, Hausturnier, Übungsturnier, Geländewettbewerbe.
C-Turniere – Regional, alle LK
Regionale Turniere, auf denen alle Leistungsklassen starten. Einzelne Disziplinen dürfen doppelt ausgeschrieben werden.
B-Turniere – Landesmeisterschaften
Hier werden die Landesmeister ermittelt. Landesmeister kann nur werden, wer mindestens 6 Monate im jeweiligen Landesverband Mitglied ist.
A+Q-Turniere – Qualifikation
A-Turniere sind überregionale Veranstaltungen ohne Qualifikationsmöglichkeit. Sobald das +Q dazukommt, sind es Qualifikationsturniere für die German Open, genehmigt ausschließlich durch das EWU-Präsidium, mindestens 250 km Abstand zu anderen A-Turnieren am gleichen Datum.
German Open – Die Deutsche Meisterschaft
Die German Open ist die Deutsche Meisterschaft für LK 1 und LK 2. In ausgewählten Prüfungen (EWU Sport Award, Jungpferdeprüfungen) sind auch LK-3-Reiter zugelassen.
Der All-Around-Champion
Auf jedem Turnier (außer E-Turnieren) wird der All-Around-Champion vergeben, der Reiter, der in seiner LK die meisten Erfolge über mindestens 3 verschiedene Disziplinen gesammelt hat. Die Auszeichnung: die lila Schleife.
Bonus: Der LK 3 Sport Award
Seit 2018 gibt es für alle LK-3-Reiter den Sport Award: automatisch, ohne Mehrkosten, auf allen C-, B-, A- und A+Q-Turnieren. Jährlich wird eine Disziplin festgelegt. Der Sieger pro Landesverband fährt zum Bundesfinale auf die German Open.
Die Disziplinen
Die offiziellen Turnierdisziplinen der EWU: Trail, Western Horsemanship, Western Pleasure, Western Ranch Rail, Ranch Riding, Western Riding, Showmanship at Halter, Reining, Superhorse, Working Cowhorse, Working Cowhorse Boxing, Box Drive Box sowie Jungpferde- und Youngstarsklassen.
Was du als Teilnehmer wissen musst
Wer zum ersten Mal auf ein EWU-Turnier geht, sollte ein paar praktische Dinge auf dem Schirm haben:
Pferd und Papiere
Der Equidenpass muss bei der Meldestelle vorgelegt werden, mit aktuellem Influenza-Impfschutz (maximal 9 Monate + 21 Tage zurückliegend). Eine gültige Pferdehaftpflichtversicherung ist für jedes gestartete Pferd Pflicht. Pferde in LK 1–4 müssen bei der EWU als Turnierpferd registriert sein.
Startbegrenzungen pro Tag
Das Regelbuch schützt die Pferde auch durch klare Obergrenzen: 4-jährige Pferde dürfen maximal 3-mal täglich starten, 5-jährige maximal 5-mal, ab 6 Jahren sind es maximal 6 Starts pro Tag.
Startreihenfolge
Die Startliste wird mindestens 90 Minuten vor Prüfungsbeginn ausgehängt. Wer seine Startreihenfolge nicht einhält, verliert die Startberechtigung für diese Prüfung.
Ausrüstung und Helm
Erlaubt sind Westernhut oder ein normgerechter Reithelm (VG1, Drei- oder Vierpunktbefestigung). Für Jugendliche sowie alle Teilnehmer in Walk-Trot- und Führzügelklassen ist der Helm Pflicht – beim Abreiten und in der Prüfung.
Alle Angaben nach dem EWU-Regelbuch 2026 und den Allgemeinen Turnierbedingungen 2026. Das vollständige Regelwerk findest du unter ewu-bund.com.